Müsli gehört in die Süsswarenecke

Müsli zum Frühstück - das klingt nach einem gesunden Start in den Tag. Doch das Gegenteil ist der Fall. Hätten Sie gedacht, dass 100 Gramm Cerealien genauso viele Kalorien enthalten wie ein Brötchen mit Nuss-Nugat-Creme? Besonders tückisch sind Fertigmüsli, die häufig mit Trockenfrüchten, Schokolade, Nüssen und ähnlichen Zutaten aufgepeppt werden. Solche "Supermüsli" enthalten enorme Mengen an Zucker, teilweise bis zu 25 Prozent! Dies hat die Verbraucherzentrale Bremen jetzt herausgefunden.

 

Je knuspriger, desto süßer

 

Ein Viertel Zucker ist bei Fertigmüslis keineswegs eine Ausnahme. Besonders viel Süße taucht häufig da auf, wo es besonders knuspert oder Schokolade zugesetzt wird.

 

 

Versteckter Zuckerzusatz

 

Beim Einkauf lohnt sich deshalb ein Blick aufs Kleingedruckte. Steht Zucker weit vorne in der Zutatenliste, ist der Anteil entsprechend hoch. Häufig versteckt sich die Süße aber auch hinter glanzvollen Namen wie Maltodextrin, Rohrzucker, Glukose-Fruktose-Sirup und Gerstenmalz. Das macht sich auf der Zutatenliste einfach besser, ist aber genauso ungesund. Selbst die Bezeichnung "ohne Zuckerzusatz" bedeutet nur, dass dem Müsli kein Kristallzucker beigefügt wurde. Gerade die bei Fertigmüsli beliebten Trockenfrüchte enthalten jedoch einen hohen Anteil an Fruchtzucker.

 

Auch die so genannten Fitness- oder Wellness-Flakes können einen hohen Anteil an Kohlenhydraten und damit viele Kalorien enthalten. Allerdings müssen hier anders als bei den klassischen Produkten die genauen Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben sein. Ernährungsfachleute empfehlen für ein gesundes Müsli Vollkornflockenmischungen zu verwenden und mit frischen Früchten aufzupeppen. Milch und Joghurt liefern das für Zähne und Knochen so wertvolle Kalcium.

 

 

Warum Angaben mit Vorsicht zu genießen sind

 

Ein Ärgernis sind die von den Firmen angegebenen Portionsgrößen. Sie liegen oft zu niedrig. Von 40 g Müsli und 60 ml Milch kann vielleicht ein 6-jähriger, aber sicher kein 16-jähriger satt werden. Mit diesen kleinen Mengen werden entsprechend Zucker- oder Fettgehalte pro Portion klein gerechnet. "Schönrechnerei" nennt die Verbraucherzentrale diese Werte, die kaum mit der Realität übereinstimmen. Deshalb gibt es bei den Verbraucherzentralen einen kostenlosen Ampelcheck. Mit Hilfe einer kleinen Checkkarte und den drei Ampelfarben kann man schon im Geschäft erkennen, ob 100 Gramm eines Lebensmittels einen niedrigen oder mittleren oder zu hohen Gehalt an Zucker, Fett, Salz oder gesättigten Fettsäuren haben.