Mit dickem Bauch lebt es sich gefährlicher

Vor allem bei Männern ist die Körpermitte die Problemzone Nummer eins. Denn das kleine Bäuchlein ist mehr als nur ein ästhetisches Problem. Dickbäuchige leben erwiesenermaßen gefährlicher als Menschen mit weniger Fett um die Hüfte. "Zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle erhöht das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Arteriosklerose deutlich", sagt Harald Klein, Internist an der Ruhr-Universität Bochum. Der Grund: "Das Fettgewebe in der Bauchhöhle produziert verschiedene Entzündungsstoffe, die die Gefäße schädigen". Dem nicht genug: Bauchfett zieht gesundheitsgefährdende Stoffe sogar noch an. Das können Sie gegen Bauchfett tun:

Entzündungsstoffe beeinträchtigen Insulin-Wirkung

 

Wissenschaftlich erwiesen ist bereits, dass das Fettgewebe selbständig schädliche Botenstoffe und Hormone produziert. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Fettzellen zudem Stoffe abgeben, die so genannte "Entzündungszellen" anziehen. Diese Zellen geben dann zusätzlich Entzündungsstoffe ab, wie Klein erklärt. Die Menge des Fettgewebes und die Konzentration der Entzündungsstoffe stehen in direktem Zusammenhang mit dem Arteriosklerose-, Herzinfarkt- und Diabetesrisiko. Welche Bedeutung sie dabei genau haben, ist nicht klar. "Bekannt ist jedoch, dass die Entzündung von Blutgefäßen bei der Arteriosklerose eine wichtige Rolle spielt und Entzündungsstoffe die Wirksamkeit des Insulins beeinträchtigen können", sagt Klein.

 

Metabolisches Syndrom schon verbreitet

 

Allein ein erhöhter Taillenumfang steigert das Risiko, in den nächsten fünf Jahren das so genannte Metabolische Syndrom (MTS) zu entwickeln um bis zu 46 Prozent. Darauf verweist Philipp Stawowy vom Deutschen Herzzentrum Berlin. An MTS - der Kombination aus Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und "stammbetontem" Übergewicht, also einem dicken Bauch, leiden derzeit etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern. Die Folgen können beispielsweise ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

 

Taillenumfang aussagekräftiger als BMI

 

Anhand des Taillenumfangs können Experten laut Stawowy besser vorhersagen, wie sich Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen entwickeln, als mit Hilfe des so genannten Body-Mass-Index (BMI). Britische Wissenschaftler haben als Risiko-Grenze für Männer einen Bauchumfang von 94 Zentimetern festgelegt. Bei Frauen ist das Risiko für Gefäßerkrankungen sogar bereits bei einem Bauchumfang ab 81 Zentimetern erhöht. Wer an den Hüften Speck angesetzt hat, kann jedoch aufatmen: Hüftspeck ist im Vergleich zu Bauchspeck unbedenklich.